Ernährung · 9 Min. Lesezeit

Wie viel Futter braucht eine Katze am Tag?

Eine pauschale Grammzahl für alle Katzen gibt es nicht – aber verlässliche Faustregeln. So findest du die passende Tagesmenge, verteilst sie sinnvoll und merkst früh, ob sie wirklich passt.

Catwise Redaktion · Stand: 3. November 2026

Katze frisst aus einem erhöhten Napf

Kurz zusammengefasst

  • Erwachsene Katzen brauchen grob 40 bis 60 kcal pro Kilogramm Idealgewicht und Tag.
  • Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist ein guter Startwert – danach entscheiden Gewicht und Figur.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten passen besser zur Katze als eine große.
  • Leckerlis zählen mit: höchstens etwa 10 Prozent der Tageskalorien.

Warum Gramm allein nicht weiterhelfen

Futtersorten unterscheiden sich stark in ihrer Energiedichte. 100 Gramm Nassfutter liefern meist rund 70 bis 100 Kilokalorien, 100 Gramm Trockenfutter dagegen etwa 350 bis 400. Eine Handvoll Trockenfutter kann also so viel Energie enthalten wie eine ganze Schale Nassfutter. Deshalb ist es sinnvoll, in Kalorien zu denken und die Grammzahl daraus abzuleiten.

Die meisten Hersteller geben auf der Verpackung eine Tagesmenge pro Körpergewicht an. Diese Angabe ist ein Durchschnitt über viele Katzen. International Cat Care empfiehlt, sie als Ausgangspunkt zu nehmen und die Ration dann so anzupassen, dass deine Katze ihr Idealgewicht und eine gute Figur behält.

Die Faustregel für erwachsene Katzen

Als grobe Orientierung braucht eine gesunde, erwachsene Katze etwa 40 bis 60 Kilokalorien pro Kilogramm Idealgewicht und Tag. Ruhige, kastrierte Wohnungskatzen liegen eher am unteren Ende, aktive Freigänger am oberen. Für eine 4 kg schwere Wohnungskatze ergeben sich damit häufig rund 200 kcal am Tag.

Beispielrechnung für 200 kcal am Tag
  • Nur Nassfutter: etwa 200 bis 280 g, je nach Sorte
  • Nur Trockenfutter: etwa 50 bis 57 g
  • Gemischt: zum Beispiel 100 bis 140 g Nassfutter plus 25 bis 28 g Trockenfutter
Wer beides füttert, teilt die Empfehlungen beider Sorten entsprechend auf – sonst wird es schnell doppelt so viel wie gedacht.

Wichtig: Gerechnet wird mit dem Idealgewicht, nicht mit dem aktuellen. Eine Katze, die 6 kg wiegt, aber eigentlich 5 kg wiegen sollte, bekommt die Menge für 5 kg – sonst bleibt das Übergewicht.

Was den Bedarf verändert

Alter

Kitten wachsen und brauchen pro Kilogramm deutlich mehr Energie als erwachsene Katzen. Sie bekommen spezielles Kittenfutter und mehrere kleine Mahlzeiten. Seniorinnen und Senioren sind oft ruhiger; manche nehmen zu, viele ältere Katzen fressen aber auch schlechter und verlieren unbemerkt Gewicht. Gerade bei älteren Katzen lohnt sich regelmäßiges Wiegen besonders.

Kastration

Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf, gleichzeitig nimmt der Appetit häufig zu. Das ist einer der häufigsten Startpunkte für Übergewicht. Behalte in den Monaten nach dem Eingriff das Gewicht besonders im Blick und reduziere die Menge, wenn es steigt.

Aktivität, Haltung und Jahreszeit

Freigänger legen oft große Strecken zurück, Wohnungskatzen bewegen sich weniger. Auch im Winter oder bei Wetterwechseln kann sich der Bedarf verschieben. Futtermengen sind deshalb nichts, was man einmal festlegt und dann vergisst.

Gesundheit

Erkrankungen wie Nierenerkrankungen, Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion verändern Bedarf und Appetit, manchmal deutlich. Hier gibt die Tierärztin oder der Tierarzt Menge und Futtersorte vor.

Wie oft am Tag füttern?

In freier Natur fressen Katzen viele kleine Beutetiere über Tag und Nacht verteilt. Eine einzige große Mahlzeit entspricht dem wenig. International Cat Care empfiehlt sogar, die Tagesration in mindestens fünf Portionen aufzuteilen und dafür auch Futterautomaten oder Futterspielzeuge zu nutzen.

Orientierung nach Alter
  • Kitten mit 8 bis 12 Wochen: mindestens 4 Mahlzeiten
  • Kitten mit 3 bis 6 Monaten: mindestens 3 Mahlzeiten
  • Ab etwa 6 Monaten und erwachsen: mindestens 2, besser mehrere kleine Mahlzeiten

Feste Uhrzeiten geben Struktur und machen es leichter, die Menge im Griff zu behalten. Wenn mehrere Menschen im Haushalt füttern, hilft eine gemeinsame Übersicht, damit keine Mahlzeit doppelt kommt.

Napf immer voll? Lieber nicht

Ein dauerhaft gefüllter Trockenfutternapf ist bequem, macht es aber fast unmöglich zu erkennen, wie viel deine Katze wirklich frisst. Viele Katzen fressen dann mehr als nötig. Wenn du Trockenfutter frei anbietest, wiege die Tagesration morgens ab und fülle über den Tag nur aus dieser Menge nach. Was weg ist, ist weg.

Futterspielzeuge und Fummelbretter sind eine gute Alternative: Die Katze arbeitet für ihr Futter, frisst langsamer und ist gleichzeitig beschäftigt. Das Futter darin zählt natürlich zur Tagesration.

So prüfst du, ob die Menge stimmt

Die Waage ist wichtig, aber nur ein Teil des Bildes. Tierärztinnen und Tierärzte nutzen dafür den sogenannten Body Condition Score. Für zu Hause reichen drei Fragen:

  • Rippen: Kannst du sie mit leichtem Druck ertasten, ohne dass sie sichtbar sind? Dann passt es.
  • Taille: Ist von oben hinter den Rippen eine leichte Taille zu sehen?
  • Bauch: Hängt der Bauch deutlich durch oder schwingt er beim Laufen stark mit?

Wiege deine Katze regelmäßig – International Cat Care rät bei Futteranpassungen sogar zu wöchentlichem Wiegen – und notiere das Ergebnis. Veränderungen entstehen meist schleichend. Eine Gewichtskurve zeigt sie früher als das Auge. Ein Tipp: Erst dich selbst wiegen, dann mit Katze auf dem Arm, und die Differenz notieren.

Leckerlis und Snacks mitrechnen

Snacks werden gern vergessen, haben aber oft viele Kalorien. Als Faustregel sollten Leckerlis höchstens etwa 10 Prozent der täglichen Energie ausmachen – bei 200 kcal also rund 20 kcal. Wer viel mit Leckerlis belohnt, zieht die Menge von der Hauptmahlzeit ab oder nutzt einfach einen Teil des normalen Futters als Belohnung.

Futter umstellen – aber langsam

Wenn du die Sorte wechselst, mische das neue Futter über etwa sieben bis zehn Tage schrittweise unter das alte: zuerst ein kleiner Anteil, dann jeden Tag etwas mehr. Das schont Magen und Darm und erhöht die Chance, dass deine Katze das neue Futter annimmt. Frisst sie das neue Futter nicht, nicht hungern lassen, sondern zurück zum alten und langsamer vorgehen.

Wann du zur Tierarztpraxis solltest

  • Deine Katze nimmt ohne erkennbaren Grund ab oder zu.
  • Sie frisst plötzlich deutlich weniger oder gar nicht mehr – bei Katzen kann das schon nach kurzer Zeit gefährlich werden.
  • Sie hat ständig Hunger, trinkt auffällig viel oder erbricht häufig.

Häufige Fragen

Wie viel Nassfutter braucht eine 4 kg schwere Katze?

Bei rund 200 kcal Tagesbedarf sind das je nach Sorte etwa 200 bis 280 g Nassfutter. Maßgeblich sind die Energieangaben auf der Packung und wie sich Gewicht und Figur entwickeln.

Wie viel Trockenfutter am Tag ist richtig?

Bei 350 bis 400 kcal pro 100 g entsprechen 200 kcal etwa 50 bis 57 g Trockenfutter. Weil Trockenfutter kaum Wasser enthält, sollte deine Katze dann besonders gut trinken.

Reicht es, einmal am Tag zu füttern?

Für die meisten Katzen sind mehrere kleine Mahlzeiten besser, weil das ihrem natürlichen Fressverhalten entspricht. Mindestens zwei, besser mehr Portionen am Tag.

Woran erkenne ich, dass meine Katze zu viel bekommt?

Wenn die Rippen kaum noch zu ertasten sind, keine Taille mehr zu sehen ist und das Gewicht steigt. Dann die Menge langsam reduzieren und am besten mit der Tierarztpraxis absprechen.